Ärztin untersucht mit einem Holzspatel den Rachen eines kleinen Mädchens im pinkfarbenen Oberteil, das den Mund geöffnet hat.

13 Juli 2026

Mundfäule

Mundfäule klingt nicht nur unappetitlich, sie ist darüber hinaus sehr schmerzhaft und hochansteckend. Warum betrifft die Erkrankung hauptsächlich kleine Kinder und was lässt sich im Akutfall tun? Hier erfährst du es.

Zuletzt aktualisiert: 10.08.2026

Inhalte:

↓ Was ist Mundfäule?
↓ Symptome
↓ Ursache & Ansteckung
↓ Was kann ich dagegen tun?
↓ Dauer und Verlauf
↓ Vorbeugen
↓ Quellen

Übersicht: Mundfäule

  • Mundfäule wird in den meisten Fällen durch eine Erstinfektion mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 ausgelöst
  • Betroffen sind hauptsächlich Babys und Kleinkinder sowie Erwachsene mit einer Immunschwäche
  • Die Viruserkrankung äußert sich durch schmerzende Bläschen im Mundraum, entzündetes Zahnfleisch, hohes Fieber, starken Mundgeruch und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • Die Beschwerden können mit fiebersenkenden Schmerzmitteln reduziert werden
  • Bei größeren Kindern und Erwachsenen können auch lokal betäubende und entzündungshemmende Gurgellösungen, z. B. Tantum Verde Gurgellösung (Pflichttext), eingesetzt werden
  • Die Inkubationszeit von Mundfäule beträgt 2 bis 12 Tage, die akute Infektion kann bis zu 2 Wochen andauern
  • Einen sicheren Schutz vor Mundfäule gibt es nicht, aber präventiv wirken strenge Hygienemaßnahmen und bei Erwachsenen eine Stärkung der Abwehrkräfte

Häufig gestellte Fragen

Mundfäule zeigt sich durch folgende sichtbare Symptome:

  • rotes, stark geschwollenes und leicht blutendes Zahnfleisch
  • kleine, weißlich-gelbe Bläschen und offene Wunden im gesamten Mundraum
  • stark erhöhter Speichelfluss

Weitere Symptome sind:

  • fauliger Mundgeruch
  • Fieber
  • ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • geschwollene Lymphknoten

Ja, Mundfäule ist hochansteckend. Die Übertragung des Herpesvirus, der Mundfäule auslösen kann, erfolgt hauptsächlich durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion über den Speichel. Schon das Teilen von Besteck, Gläsern, Spielzeug oder ein Kuss reichen für eine Infektion aus.

Mundfäule kann, je nach Krankheitsverlauf, über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen ansteckend sein.

Die Ansteckungsgefahr beginnt schon in der Inkubationszeit, d. h. bis zu 12 Tage, bevor die ersten Symptome auftreten, und dauert an, bis sämtliche Bläschen im Mundraum vollständig verkrustet und restlos abgeheilt sind, also nach ca. 7 bis 14 Tagen.

Bei einer ausgeprägten Mundfäule steht die Linderung der Schmerzen im Vordergrund. Schmerzmittel wie Ibuprofen und Paracetamol senken zusätzlich das Fieber, während betäubende und entzündungshemmende Mundgele oder Gurgellösungen, z. B. Tantum Verde Gurgellösung (Pflichttext) die Beschwerden lokal mindern.

Darüber hinaus können folgende Maßnahmen den Heilungsprozess unterstützen:

  • Mundraum kühlen
  • viel trinken
  • weiche/flüssige Nahrung zu sich nehmen
  • auf säurehaltige, scharfe oder heiße Speisen verzichten
  • körperliche Schonung

Mundfäule wird durch das Herpes-simplex-Virus (meist Typ 1) ausgelöst. Die Übertragung erfolgt in erster Linie über den Speichel durch eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Schon Kuscheln, Küssen oder die gemeinsame Nutzung von Besteck, Gläsern und Spielzeug reichen für eine Ansteckung aus.

Besonders häufig entwickeln Babys und Kleinkinder Mundfäule im Rahmen einer Erstinfektion.

Ob du oder dein Kind an Mundfäule oder Aphthen leiden, kann manchmal nur durch eine Ärztin oder einen Arzt beurteilt werden. Folgende Symptome können jedoch ein Hinweis sein:

Mundfäule kann sich im ganzen Mund ausbreiten und viele schmerzhafte Bläschen und offene Wunden auf der Schleimhaut sowie rotes, geschwollenes, blutendes Zahnfleisch, Mundgeruch, starken Speichelfluss und hohes Fieber verursachen. Zudem ist sie sehr ansteckend. Mit dieser Infektion musst du unter Umständen zur Kinder- oder Hausarztpraxis gehen.

Aphthen hingegen treten meist als vereinzelte, kleine, weißliche Geschwüre auf. Sie sind zwar schmerzhaft, aber harmlos und nicht ansteckend. Hier hilft oft schon ein Mundgel, wie z. B. Tantum Verde SOS Aphte Gel (Pflichttext).

Was ist Mundfäule?

Hinter dem Begriff Mundfäule verbirgt sich eine Virusinfektion, die fast immer durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) ausgelöst wird. Die medizinischen Begriffe für Mundfäule sind Gingivostomatitis herpetica (herpesbedingte Entzündung des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut) oder Stomatitis herpetica (herpesbedingte Entzündung der Mundschleimhaut).

Entzündungen der Mundschleimhaut (Stomatitis) können ganz unterschiedliche Ursachen und Symptome haben. Deshalb muss die Mundfäule von anderen Erkrankungen im Mundraum, wie z. B. Mundsoor (verursacht durch Hefepilz und erkennbar an weißen Belägen im Mundraum) oder Aphten (vereinzelt auftretende, kleine, nicht ansteckende Geschwüre) unterschieden werden.

Mundfäule hingegen geht mit hohem Fieber, starkem Mundgeruch und schmerzenden, ansteckenden Bläschen im ganzen Mundraum einher. Auch wenn Mundfäule meistens bei Kleinkindern durch den Erstkontakt mit dem Herpesvirus auftritt, kann Mundfäule auch Erwachsene betreffen. In diesen seltenen Fällen liegt häufig eine Immunschwäche vor.

Frau prüft ihren Atem, indem sie in die vorgehaltene Hand ausatmet, im Hintergrund ein Badezimmerspiegel.

Was sind die Symptome von Mundfäule?

Mundfäule kann sehr unangenehm sein und sowohl Beschwerden im Mundraum als auch allgemeine körperliche Beschwerden hervorrufen.

Zu den sicht- und wahrnehmbaren Symptomen im Mund zählen:

  • Schmerzhafte Bläschen: Kleine, weißlich-gelbe Bläschen an Gaumen, Zunge und Wangeninnenseiten sind ein typisches Symptom von Mundfäule. Platzen sie auf, hinterlassen sie offene, schmerzhafte Stellen im Mundraum.
  • Akute Zahnfleischentzündung: Schmerzhaftes, geschwollenes, gerötetes und schnell blutendes Zahnfleisch ist ein weiteres Anzeichen für Mundfäule.
  • Auffälliger Geruch und Speichel: Charakteristisch für die Infektion sind ein stark vermehrter Speichelfluss sowie ein fauliger Mundgeruch.

Zu den körperlichen Begleiterscheinungen gehören:

Achtung: Da bei Gingivostomatitis herpetica jeder Schluck und Bissen schmerzt, verweigern erkrankte Babys und Kleinkinder häufig das Trinken und Essen. Wenn zusätzlich noch geschwollenes Zahnfleisch, Fieber und starkes Unwohlsein hinzukommen, könnte das auf Mundfäule hinweisen. Grundsätzlich solltest du eine Kinderarztpraxis aufsuchen, wenn dein Kind Flüssigkeit und Nahrung verweigert oder mehrere Tage hohes Fieber hat.

Was sind die Ursachen von Mundfäule und wie stecke ich mich an?

Mundfäule wird in den meisten Fällen durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) ausgelöst.

Die Erstinfektion erfolgt in der Regel bereits im Kleinkindalter, meist durch eine einfache Tröpfchen- oder Schmierinfektion über den Speichel, etwa beim Kuscheln, durch das Teilen von Besteck oder durch gemeinsames Spielzeug, das in den Mund genommen wird. Kleine Kinder im Alter zwischen einem und fünf Jahren sind besonders häufig von Mundfäule betroffen, da ihr Immunsystem zum allerersten Mal auf dieses Virus trifft und noch keine Antikörper gebildet hat.

Da die Mehrheit aller Menschen¹ mit dem Herpes-simplex-Virus infiziert ist, entwickeln Erwachsene Mundfäule-Symptome seltener als Kinder. Wenn sie jedoch aufgrund einer Krankheit oder medizinischen Therapie ein stark geschwächtes Immunsystem haben, kann es erneut zu einem Ausbruch von Mundfäule kommen.

Wer die Mundfäule einmal überstanden hat, trägt das Herpesvirus danach ein Leben lang in sich. Es zieht sich in die Nervenknoten zurück, z. B. in die Nervenknoten des Trigeminusnervs im Gesicht, und "schläft" dort, bis das Immunsystem erneut geschwächt wird, etwa durch Stress, UV-Strahlung, hormonelle Umstellungen oder Erkrankungen. Dann zeigt es sich in milderer Form als Lippenherpes wieder.

Illustration eines Gesichts: Der Nervenknoten nahe der Schläfe ist als „Trigeminus-Hirnnerven-Ganglien" und „Ort der viralen Latenz" beschriftet; Pfeile führen entlang der Nervenbahnen zur Lippe, dem „Ort der aktiven Infektion".

Das Herpesvirus überdauert im Nervenknoten des Trigeminusnervs und wandert bei geschwächtem Immunsystem entlang der Nervenbahnen zur Lippe, wo es als aktive Infektion sichtbar wird.

Übrigens: In der überwiegenden Mehrheit der Fälle führt eine Erstansteckung mit HSV-1 nicht zu Maulfäule, sondern läuft vor allem bei Kindern ohne Beschwerden ab. Da Herpes aber in der Bevölkerung sehr weit verbreitet ist, kommt Mundfäule bei Kleinkindern trotzdem relativ häufig vor.

Was kann ich gegen Mundfäule tun?

Auch wenn eine Mundfäule in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Wochen von allein abklingt, können die akuten Beschwerden in dieser Zeit sehr einschränkend sein. Glücklicherweise gibt es verschiedene Möglichkeiten, Mundfäule zu behandeln und so den Verlauf der Infektion erträglicher zu gestalten.

In schweren Fällen, z. B. wenn geschwächte Patient:innen Gefahr laufen, stark zu dehydrieren oder Komplikationen zu entwickeln, können in den ersten 72 Stunden spezielle antivirale Präparate (Virostatika) ärztlich verschrieben werden.

Bei einem normalen Verlauf hingegen steht die Behandlung der Symptome, also die Schmerzlinderung und Fiebersenkung im Fokus. Hier helfen nach ärztlicher Rücksprache Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol.

Darüber hinaus können die Beschwerden im Mundraum bei Erwachsenen und Kindern, die schon gurgeln können, direkt mit lokal betäubenden und entzündungshemmenden Gurgellösungen, wie z. B. Tantum Verde Gurgellösung (Pflichttext), behandelt werden. Die rezeptfreie Lösung bekämpft die Entzündung, lindert die Schmerzen und beruhigt die entzündete Mundschleimhaut.

Ergänzend dazu kannst du mit folgenden Hausmitteln und Maßnahmen den Heilungsprozess bei Mundfäule unterstützen:

  • Kühlen: Eiswürfel, Eiscreme und kalte Getränke lindern den Schmerz.
  • Kräutertee (abgekühlt): Kamille, Thymian und Salbei wirken desinfizierend und beruhigend auf die Schleimhäute.
  • Weich essen: Lauwarme, flüssige oder pürierte Speisen, wie Brühe, Joghurt, Quark, Möhren- oder Kartoffelbrei, erleichtern das Schlucken.
  • Reizungen vermeiden: Auf säurehaltiges Obst und Fruchtsäfte, harte Lebensmittel (wie Krustenbrot oder rohes Gemüse), heiße Getränke und scharfe Gewürze sollte verzichtet werden.
  • Ruhe: Bei Mundfäule sind körperliche Schonung, Bettruhe und ausreichend Schlaf angezeigt.

Bei älteren Kindern und Erwachsenen können auch diese Hausmittel für eine Linderung sorgen:

  • Honig: Honig kann eine entzündungshemmende Wirkung haben, z. B. in Getränken, als Bonbon oder pur.
  • Ölziehen: Morgendliches Spülen mit hochwertigem Kokos-, Oliven- oder Sonnenblumenöl soll entgiftend auf die Schleimhäute wirken.

Dauer und Verlauf bei Mundfäule

Der typische Krankheitsverlauf, vom ersten Unwohlsein über die Bläschenbildung bis hin zur vollständigen Genesung, kann sich über einen Zeitraum von etwa ein bis zwei Wochen erstrecken. Die Inkubationszeit, also die Spanne zwischen dem Kontakt mit dem Virus und dem Ausbruch der ersten Symptome, kann etwa zwei bis zwölf Tage andauern. Dadurch kann eine Person bereits lange vor der eigentlichen Erkrankung ansteckend sein.

Das Herpesvirus kann so lange über den Speichel übertragen werden, wie die Bläschen im Mund offen sind. Erst, wenn die letzten offenen Stellen im Mundraum abgeheilt und verschwunden sind, besteht keine Ansteckungsgefahr mehr.

Kranker Mann schläft im abgedunkelten Schlafzimmer; auf dem Nachttisch stehen ein Tee mit Zitrone, Tabletten und Taschentücher.

Wie lässt sich Mundfäule vorbeugen?

Da das Herpesvirus sehr ansteckend ist und ohnehin ein Großteil der Bevölkerung den Erreger in sich trägt, gibt es leider keinen hundertprozentigen Schutz vor der Erkrankung. Dennoch kann das Risiko einer Erstansteckung oder eines erneuten Ausbruchs bei kleinen Kindern und immunschwachen Personen mit diesen präventiven Maßnahmen gesenkt werden:

  • Strenge Hygiene im Akutfall: Ist jemand in deinem Umfeld an Mundfäule oder Lippenherpes erkrankt, solltest du direkten Körperkontakt, zumindest mit Erwachsenen und älteren Kindern, konsequent vermeiden. Auch Gläser, Besteck, Handtücher oder Schnuller dürfen auf keinen Fall miteinander geteilt werden, bis alle Bläschen vollständig abgeheilt sind. Auf eine gründliche Hand- und Mundhygiene solltest du ebenfalls achten. Die Bläschen im Mund niemals mit den Fingern anfassen, um die Viren nicht weiter zu verteilen.
  • Küss- und Kuschelverbot für Eltern: Wenn du gerade unter einem akuten Lippenherpes leidest, solltest du dein kleines Kind weder küssen noch mit ihm kuscheln. Da es sich um denselben Herpes-Erreger handelt, könnte das unter Umständen eine Erstinfektion auslösen, die sich dann als Mundfäule äußern kann.
  • Kinder mit akuter Mundfäule sollten bis zur Besserung der Symptome (abgeklungenes Fieber, eingetrocknete Bläschen) zu Hause bleiben.
  • Utensilien zur Zahnreinigung nach dem Gebrauch gut reinigen und regelmäßig wechseln.
  • Den körpereigenen Schutzschild stärken: Ein robustes Immunsystem und eine robuste Mundgesundheit sind der beste Schutz vor erneuten Herpesausbrüchen. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung, viel Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Schlaf und ein bewusster Umgang mit Stress wirken sich positiv auf deine Abwehrkräfte aus.
  • Lippenpflege mit UV-Schutz: Manchmal kann UV-Strahlung die Viren reaktivieren. Ein Lippenpflegestift mit integriertem UV-Schutz kann Lippenherpes vorbeugen.

Quellen & Fußnoten

Fußnoten

¹ James C, Harfouche M, Welton NJ, et al. Herpes simplex virus: global infection prevalence and incidence estimates, 2016. Bull World Health Organ. 2020;98(5):315-329. doi:10.2471/BLT.19.237149

Quellen

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Jackowski J, Strietzel FP, Altenburg A, et al.; Interdisziplinärer Arbeitskreis Oralpathologie und Oralmedizin (AKOPOM), Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG), Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK). S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapieoptionen von Aphthen und aphthoiden Läsionen der Mund- und Rachenschleimhaut ↗. AWMF-Registernummer 007-101; 2023.

James C, Harfouche M, Welton NJ, Turner KM, Abu-Raddad LJ, Gottlieb SL, Looker KJ. Herpes simplex virus: global infection prevalence and incidence estimates, 2016 ↗. Bull World Health Organ. 2020 May 1;98(5):315-329. doi: 10.2471/BLT.19.237149. Epub 2020 Mar 25. PMID: 32514197; PMCID: PMC7265941.

Khalifa C, Slim A, Maroua G, Sioud S, Hentati H, Selmi J. Herpes simplex virus infection: Management of primary oral lesions in children ↗. Clin Case Rep. 2022 Aug 3;10(8):10.1002/ccr3.6127. doi: 10.1002/ccr3.6127. PMID: 35937022; PMCID: PMC9347697.

Kolokotronis A, Doumas S. Herpes simplex virus infection, with particular reference to the progression and complications of primary herpetic gingivostomatitis ↗. Clin Microbiol Infect. 2006;12(3):202-211. doi:10.1111/j.1469-0691.2005.01336.

Nasser M, Fedorowicz Z, Khoshnevisan MH, Shahiri Tabarestani M. Acyclovir for treating primary herpetic gingivostomatitis ↗. Cochrane Database Syst Rev. 2008;(4):CD006700. Published 2008 Oct 8. doi:10.1002/14651858.CD006700.pub2