Eine Frau mit Halsschmerzen trinkt Wasser

12 Mai 2022

Kratzen im Hals

Es kratzt im Hals? Wenn Sie auch leicht frösteln und sich abgeschlagen fühlen, haben Sie sich wahrscheinlich erkältet, und Halsschmerzen, Schnupfen und Husten werden nicht lange auf sich warten lassen. Doch auch andere Erkrankungen können mit Halskratzen einhergehen. Lesen Sie hier, auf was Sie achten sollten und was Sie gegen Kratzen im Hals tun können.

Inhalte:

Halskratzen: Auslöser & Ursachen
Begleitsymptome
Was hilft gegen Halskratzen?
Chronisches Halskratzen
Halskratzen in der Schwangerschaft

Halskratzen – das Wichtigste auf einen Blick

  • Grippale Infekte sind die häufigste Ursache für Kratzen im Hals.
  • Halskratzen kann außerdem im Rahmen anderer viraler und bakterieller Infekte sowie aufgrund nicht  infektiöser Erkrankungen und Schleimhautreizungen durch Fremdstoffe auftreten.
  • Gegen Halskratzen hilft grundsätzlich eine Befeuchtung der Schleimhäute durch Trinken, Lutschbonbons/Kaugummi und Luftbefeuchtung.
  • Medizinische Gurgellösungen, Sprays, Lutschpastillen, Arzneimitteltees und Schmerzmittel sowie Hausmittel wie Inhalationen und Halswickel können bei infektbedingtem Halskratzen lindernd wirken.
  • Anhaltende, starke und nicht viral bedingte Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt und entsprechend behandelt werden.

Eine Person trinkt Wasser

Halskratzen: Auslöser & Ursachen

Meistens fängt es schleichend an: Erst kratzt es im Hals, dann kommen Kopf- und Gliederschmerzen und ein inneres Frösteln hinzu. Das Halskratzen wird zu Halsschmerzen, ein Hustenreiz entsteht und schließlich verstopft die Nase oder fängt an zu laufen. Sie ahnen es: Eine Erkältung hat Sie erwischt.

Grippale Infekte sind die häufigste Ursache für Halskratzen. Fast immer werden sie von Rhino- oder Adenoviren ausgelöst, die sich auf die Schleimhäute der Atemwege setzen. Diese werden stärker durchblutet und schwellen an, um die Keime aus dem Gewebe zu transportieren. Und dieser Abwehrprozess führt zu den leider allzu gut bekannten Erkältungssymptomen wie Halsschmerzen, Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Schnupfen und Husten. So nervig eine Erkältung auch ist – sie – und damit auch das Halskratzen – klingt meist innerhalb von wenigen Tagen von allein ab.

Infektbedingte Ursachen für Halskratzen

Doch was, wenn keine Erkältung im Anmarsch ist? Dann können außer den klassischen Erkältungsviren weitere viral oder bakteriell bedingte Erkrankungen für das Kratzen im Hals verantwortlich sein, z. B.:

  • Grippe (Influenza)
  • Rachenentzündung (Pharyngitis)
  • Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose)
  • COVID-19
  • Herpangina
  • Mandelentzündung (Angina tonsillaris/Tonsillitis)
  • Seitenstrangangina (Angina lateralis)
  • Kehlkopf-/Stimmbandentzündung (Laryngitis)
  • Kehldeckelentzündung (Epiglottis)
  • Diphtherie
  • Scharlach
  • Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis)
  • Postnasal-Drip-Syndrom (PNDS)
  • Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)
  • HIV-Infektion/Aids

Achtung:

Halskratzen kann ein Frühsymptom von COVID-19 (Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2) sein. Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus sollten Sie bestimmte Verhaltensregeln beachten. Mehr Informationen zu Corona erhalten Sie hier:
Zusammen gegen Corona >

Nicht infektiöse Ursachen und Auslöser für Halskratzen

Nicht immer ist ein klassischer Krankheitserreger der Bösewicht – Halskratzen kann auch durch bestimmte organische und systemische Erkrankungen sowie Substanzen und Verhaltensweisen, die die Rachenschleimhaut reizen, ausgelöst werden. Dazu gehören:

  • Refluxkrankheit (Sodbrennen, stiller Reflux)
  • Diabetes mellitus
  • Allergische Reaktion (z. B. auf Hausstaubmilben, Pollen, Tierhaare, Nahrungsmittel)
  • Reizung der Schleimhäute durch Reizstoffe wie Nikotin, Alkohol, Staub, Reizgase, scharfe Reinigungs-/Lösungsmittel, Medikamente und scharfe Speisen
  • Reizung der Schleimhäute durch trockene oder kalte Luft
  • Fremdkörper im Rachen (z. B. Fischgräte)
  • Verletzung in Rachen oder Speiseröhre
  • Nebenwirkung bestimmter Medikamente (z. B. ACE-Hemmer und Inhalativa)
  • Nebenwirkung von Strahlen- und Chemotherapie
  • Überbeanspruchung der Stimmbänder (z. B. durch lautes Schreien und Singen)
  • Mundtrockenheit (z. B. altersbedingt oder aufgrund von Schnarchen/Mundatmung)
  • Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung)
  • Hormonumstellung (z. B. in den Wechseljahren)
  • Tumoren (z. B. im Rachen, an der Speiseröhre oder am Kehlkopf)
  • Psychische Faktoren wie Stress

Halskratzen: Begleitsymptome

Leider bleibt es selten nur beim Kratzen im Hals. Als Symptom eines grippalen Infekts oder einer anderen Erkrankung/Störung kann Kratzen im Hals die folgenden Begleiterscheinungen mit sich bringen:

Eine Frau misst ihr Fieber liegend auf dem Sofa

  • Raues, trockenes, juckendes Gefühl im Hals
  • Halsschmerzen: brennendes oder stechendes Gefühl im Hals (einseitig/beidseitig)
  • Räusperreiz
  • Kloßgefühl (Globussyndrom)
  • Heiserkeit
  • Stimmverlust (Aphonie)
  • Schluckbeschwerden
  • Gerötete und geschwollene Rachenschleimhaut
  • Verstärkte Schleimbildung
  • Entzündete Mundschleimhaut
  • Mundgeruch
  • (Reiz)Husten
  • Kopfschmerzen
  • Schnupfen (Rhinitis)
  • Fieber
  • Allgemeines Krankheitsgefühl/Abgeschlagenheit
  • Sodbrennen
  • Verstärktes Aufstoßen

Achtung:

Holen Sie grundsätzlich ärztlichen Rat ein, wenn die Beschwerden länger als 14 Tage anhalten, sich verschlimmern oder mehrfach wiederkehrendas Halskratzen von folgenden Symptomen begleitet wird:

    • hohem Fieber
    • starken Schluckbeschwerden
    • Atemnot
    • starken Gliederschmerzen
    • stark geschwollenen Lymphknoten am Hals
    • stark angeschwollenen, belegten Mandeln
    • verfärbter Zunge
    • Hautausschlag
    • Bauchschmerzen oder Übelkeit
    • Entzündung der Nasennebenhöhlen (Rhinosinusitis)
    • Mittelohrentzündung (Otitis media)

Was hilft gegen Halskratzen?

Wenn es im Hals kratzt, sind in der Regel die Schleimhäute im Rachenbereich angegriffen und ausgetrocknet. Deshalb sollten Sie – neben der Therapie der möglichen Ursache – grundsätzlich darauf achten, die Schleimhäute zu befeuchten, um ihre Regeneration zu beschleunigen

Das hilft gegen viral bedingtes Halskratzen

Hier verspricht eine wahre Schatzkiste an Hausmitteln und praktischen Tipps rasche Linderung. Auch mit lokal wirkenden Arzneimitteln oder Medizinprodukten, Schmerzmitteln und Kombinationspräparaten lassen sich die viral gebeutelten Schleimhäute des Rachens beruhigen.
Eine Frau nimmt Rachenspray zu sich


Medikamente


Komplikationsfreie Erkältungen können mit folgenden rezeptfreien Arzneimitteln behandelt werden:

Hausmittel


Bewährt bei Halskratzen, Halsschmerzen, Schnupfen und Husten im Rahmen einer Erkältung haben sich diese Hausmittel:

  • Heilpflanzentees (z. B. Salbei, Thymian, Lindenblüten und mehr)
  • Selbst zubereitete Gurgellösungen und Inhalationen
  • Wärmende und kühlende Halswickel
  • Honig (pur oder in Getränken)
  • Zwiebeln (als Sirup oder Tee)
  • Zink (in Nahrungsmitteln oder als Nahrungsergänzungsmittel)
  • Kräuterbonbons/Lutschpastillen
  • Zuckerfreie Kaugummis

Tipps

Medikamente und Hausmittel wirken am besten, wenn Sie sich während eines Infekts entsprechend verhalten. Darauf sollten Sie achten:

  • Viel trinken (mindestens zwei Liter zuckerfreie Tees, Wasser oder stark verdünnte Fruchtsäfte)
  • Gesund essen (z. B. Hühnersuppe, Ananas, Äpfel, Vollkornprodukte)
  • Ausruhen (körperliche Anstrengungen vermeiden)
  • Immunsystem stärken (z. B. mit vitaminhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln)
  • Luft in Innenräumen befeuchten und regelmäßig lüften
  • Schleimhautreizung meiden (z. B. auf Zigaretten, Alkohol und scharfe Speisen verzichten)
  • Auf Mundhygiene achten (z. B. durch regelmäßige Mundspülungen, Zahnpflege und Zungenreinigung)
  • Sprechen reduzieren (außerdem: nicht singen, schreien oder flüstern)

Mehr Wissenswertes zu einem gesundheitsfördernden Verhalten:
>> Halsschmerzen – das hilft

Das hilft gegen bakteriell bedingtes Halskratzen

Wenn das Halskratzen nach 3 bis 5 Tagen nicht aufhört bzw. schlimmer wird, könnte eine bakterielle (Sekundär-)Infektion dahinterstecken.

Eine Frau nimmt Medikamente mit einem Glas Wasser zu sich


Medikamente


Abhängig von der Schwere des bakteriellen Infekts verschreiben Ärzt:innen Antibiotika.

Für die symptomatische Behandlung eignen sich:

Hausmittel


Wenn die bakterielle Ursache behandelt wird, können die klassischen Hausmittel gegen erkältungsbedingtes Halskratzen auch bei bakteriellen Halsinfektionen Erleichterung verschaffen. Bitte klären Sie vorab, ob es gesundheitliche Bedenken bei der gleichzeitigen Einnahme von Antibiotika und bestimmten Heilpflanzen gibt.

Tipps


Neben Maßnahmen zur Stärkung der Abwehrkräfte kann während oder nach einer Antibiotika-Therapie die Darmflora gestärkt werden durch eine entsprechende Ernährung oder die Einnahme sogenannter Probiotika (lebende Bakterien und Hefepilze, die sich förderlich auf das Darm-Mikrobiom auswirken sollen).

Das hilft gegen pilzbedingtes Halskratzen

Wenn es zu einer Hefepilz-Infektion des Mundraums (orale Candidose/Mundsoor) kommt, kann auch der Hals betroffen sein. Mundpilz tritt gehäuft bei Babys und Kleinkindern auf sowie bei Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen und älteren Menschen. Auch die Einnahme gewisser Medikamente wie Antibiotika und Kortison begünstigt Mundsoor.

Eine Frau trinkt Wasser aus einem Glas


Medikamente


Mundsoor sollte medizinisch mit einem Antipilzmittel (Antimykotikum) behandelt werden, das Wirkstoffe wie Amphotericin B oder Nystatin enthält. 
Antimykotika sind in folgenden Darreichungsformen erhältlich:

  • (Lutsch-)Tabletten
  • Mundgel
  • Lösung/Suspension


Hausmittel


Zusätzlich zur medizinischen Behandlung können bei Mundsoor folgende Hausmittel zum Einsatz kommen:

  • Knoblauch
  • Teebaumöl
  • Spülungen mit Apfelessig


Tipps


Bei oralen Pilzinfektionen sollten Sie folgendes beachten:

  • Vermeiden Sie zuckerhaltige Lebensmittel (Zucker begünstigt die Ausbreitung von Hefepilzen).
  • Trinken Sie viel, um Bakterien, die die Mundflora zusätzlich belasten, auszuspülen.
  • Halten Sie strenge Mundhygiene.

Das hilft gegen refluxbedingtes Halskratzen

Liegt eine Refluxerkrankung (gastroösophageale Refluxkrankheit/GERD) vor, steigt die Magensäure als Flüssigkeit (Sodbrennen) oder als Gas (stiller Reflux) in die Speiseröhre, was auf Dauer zu einer verstärkten Empfindlichkeit der Atemwege inklusive Halskratzen führen kann. Bitte lassen Sie bei Verdacht auf diese Erkrankung die Beschwerden ärztlich abklären.

Medikamente


Gegen Reflux werden folgende Medikamente eingesetzt:

  • Säureblocker wie Protonenpumpenhemmer (PPI)
  • Antazida (z. B. Magaldrat: basische Salze, die die Magensäure neutralisieren können)
  • Alginate (gewonnen aus der Braunalge: bilden eine Schutzbarriere gegen die Magensäure)


Hausmittel


Da Refluxmedikamente symptomatisch wirken und unerwünschte Nebenwirkungen haben können, sollten sie nur punktuell und nach ärztlicher Anweisung eingesetzt werden.
Für eine natürliche Linderung der Beschwerden können folgende Hausmittel angewendet werden:

Ein Teeglas mit Fenchel

  • Heilerde (bindet überschüssige Magensäure)
  • Natron (neutralisiert Säure in Lebensmitteln)
  • Bananen
  • Haferflocken/Porridge
  • Heilpflanzentees aus Liebstöckelwurzel, Fenchel, Kamille, Melisse, Schafgarbe
  • Kartoffelpresssaft (Saft aus rohen Kartoffeln)
  • Wacholderbeeren/Wacholderbeeröl
  • Kurkuma-Wurzel
  • Süßholzwurzel


Tipps


Bei anhaltenden Problemen mit Sodbrennen und stillem Reflux hilft häufig eine Umstellung der Lebensgewohnheiten. Mit folgenden Tipps können die Beschwerden u. U. reduziert werden: 

  • Viel trinken
  • Verzicht auf Nahrungsmittel, die Reflux begünstigen können (z. B. Zitrusfrüchte, Tomaten, Chili, Zwiebeln, Rettich, Schokolade, Kaffee, Alkohol, Süßigkeiten)
  • Verzicht auf kohlensäurehaltige Getränke
  • Verzicht auf Nahrungsmittel, die individuell nicht vertragen werden (Tipp: Ernährungstagebuch führen)
  • Basische Ernährung bevorzugen
  • Übergewicht reduzieren (Druck im Bauchraum verringern)
  • Kleinere Mahlzeiten essen
  • Nicht zu spät zu Abend essen (spätestens 3 Stunden vor dem Schlafengehen)
  • Oberkörper beim Schlafen hochlagern

Das hilft gegen allergisch bedingtes Halskratzen

Allergien auf Pollen, Gräser, bestimmte Substanzen und Nahrungsmittel sowie Nahrungsmittelunverträglichkeiten können u. a. zu saisonalem oder chronischem Halskratzen führen.

Eine Frau mir rotem Haar inhaliert


Medikamente


Bei Allergien und Heuschnupfen helfen Antihistaminika. Diese sind in folgenden Darreichungsformen erhältlich:

  • Tabletten
  • Nasensprays
  • Augentropfen
  • Säfte/Tropfen zum Einnehmen


Hausmittel


Bei Heuschnupfen (Pollinosis) und Hausstaubmilbenallergie können folgende Hausmittel Linderung verschaffen:

  • Regelmäßige Nasendusche
  • Gurgeln mit Salzlösung
  • Inhalation mit Salzlösung


Tipps


Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten sollten Folgendes beachten:

  • Vermeidung potenzieller Allergene (Reizauslöser) und histaminreicher Lebensmittel
  • Bestimmung und Vermeidung potenzieller Kreuzallergien
  • Allergie auslösende Nahrungsmittel vor dem Verzehr einfrieren oder erhitzen 

Bei Heuschnupfen hilft zusätzlich:

  • Abends duschen und Haare waschen
  • Frühmorgens, spätabends oder nachts lüften
  • 20 bis 30 Minuten nach Regen lüften oder das Haus verlassen

Bei Hausstaubmilbenallergie können Sie antiallergene Bettbezüge (Encasings) nutzen.

Mehr Infos zu Medikamenten, homöopathischen Mitteln, Hausmitteln und Tipps gegen Halskratzen: Was hilft gegen Halsschmerzen?

Chronisches Halskratzen

Der Infekt ist schon längst vorbei, aber das Kratzen im Hals verschwindet nicht? Wenn die Beschwerden länger als zwei Wochen anhalten und sich trotz Gegenmaßnahmen nicht verbessern oder sogar verschlimmern, können auch folgende Ursachen vorliegen:

  • eine bakterielle (Sekundär-)Infektion
  • eine Erkrankung wie Reflux, Allergie oder Diabetes
  • eine chronische Schleimhautreizung aufgrund von Reizstoffen
  • eine Überbeanspruchung der Stimmbänder
  • hormonelle Umstellungen (z. B. Menopause)
  • Tumoren
  • psychische Faktoren wie Stress

Was tun bei anhaltenden Beschwerden?

  •  Im ersten Schritt sollten Sie die oberen Atemwege (Mund, Rachen, Kehlkopf, Nase und Nebenhöhlen) von einem/einer HNO-(Hals-Nasen-Ohren-)Spezialist:in auf bakterielle Infekte und Schleimhautverletzungen/-erkrankungen untersuchen lassen.
  • Taucht das Halskratzen zu bestimmten Zeiten oder in bestimmten Situationen verstärkt auf? Dann könnte eine allergische Reaktion oder Nahrungsmittelunverträglichkeit hinter den Beschwerden stecken. Lassen Sie sich dazu von Allergolog:innen oder HNO-Ärzt:innen testen und beraten. 
  • Das Kratzen im Hals besteht vor allem morgens und ist von andauernder Heiserkeit und Schluckbeschwerden begleitet? Sie haben Sodbrennen und/oder müssen häufig aufstoßen und leiden an Völlegefühl? Wenn das Kratzen im Hals aufgrund einer Refluxerkrankung besteht, sind Gastroenterolog:innen die richtigen Ansprechpersonen. 
  • Manchmal kann ein ständiges Kratzen im Hals auf Erkrankungen hinweisen, auf die man im ersten Moment gar nicht kommen würde. So kann zum Beispiel Diabetes mit Halskratzen einhergehen. Stellen Sie sich bei Verdacht darauf bei Ihrer Hausarztpraxis vor und lassen Sie einen Gesundheits-Check-up machen. Diese kann Sie dann ggf. an weitere Fachärzt:innen überweisen.
  • Nicht selten werden Halsbeschwerden wie ein permanentes Kratzen im Hals auch durch Stress, eine Überbelastung der Stimme oder Flüssigkeitsmangel ausgelöst. Auch hier sind Allgemeinmediziner:innen die erste Anlaufstelle und können Sie nach Ausschluss möglicher infektbedingter/organischer/systemischer Ursachen zur Weiterbehandlung an beispielsweise Logopäd:innen, Ergotherapeut:innen oder Psychotherapeut:innen verweisen.

Halskratzen in der Schwangerschaft

Sie sind schwanger und haben ein Kratzen im Hals? Wahrscheinlich haben Sie sich einen viralen Infekt eingefangen: Schwangere sind aufgrund der Hormonumstellung oft infektanfälliger. Auch häufiges Übergeben kann zu einer gereizten Schleimhaut im Rachenbereich führen.

Eine schwangere Frau sitzt im Schneidersitz auf dem Sofa und hustet

Klingt das kratzende Gefühl im Hals nicht innerhalb von 5 Tagen ab, sollten Sie die Ursache dafür ärztlich abklären lassen. Da einige Hausmittel und Medikamente in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden sollten, lassen Sie sich bitte im Vorfeld dazu in Ihrer Apotheke oder in der Sie betreuenden gynäkologischen Praxis beraten.

Was Sie auf jeden Fall beachten sollten: 

  • Trinken Sie ausreichend, um die Schleimhäute feuchtzuhalten.
  • Bei manchen Betroffenen schwellen die Schleimhäute der Atemwege aufgrund einer stärkeren Durchblutung an und führen zu leichten Halsbeschwerden und Schnupfen. Das ist eine natürliche Reaktion, die Sie mit sanften Hausmitteln wie Nasendusche, Gurgeln oder Inhalieren mit Salzlösung lindern können.
  • Bei Schwangerschaftsübelkeit kann es helfen, zwischendurch immer wieder ein paar Mandeln oder Porridge/Haferschleim zu essen, um den Magen zu beruhigen. Auch Bitterstoffe (z. B. in Rucola, Löwenzahn oder Grapefruit) können gegen Übelkeit helfen.

Häufig gestellte Fragen

In den meisten Fällen kündigt ein Kratzen im Hals einen grippalen Infekt an und klingt nach 3 bis 5 Tagen von allein ab. Halten die Beschwerden länger als 14 Tage an, verschlimmern sie sich oder treten sie immer wieder auf, sollten sie ärztlich abgeklärt werden.

Kratzen im Hals kann unterschiedlich wahrgenommen und von den folgenden Symptomen begleitet werden:

  • Raues, trockenes, juckendes Gefühl im Hals
  • Brennendes oder stechendes Gefühl im Hals
  • Räusperreiz
  • Kloßgefühl (Globussyndrom)
  • Heiserkeit
  • Stimmverlust (Aphonie)
  • Schluckbeschwerden
  • Gerötete und geschwollene Rachenschleimhaut
  • Verstärkte Schleimbildung
  • Entzündete Mundschleimhaut
  • Mundgeruch

Kratzen im Hals aufgrund ausgetrockneter und/oder entzündeter Rachenschleimhäute lässt sich schnell mit folgenden Maßnahmen lindern:

  • Trinken (z. B. Tee, Wasser, verdünnte Säfte)
  • Lutschtabletten und Kräuterbonbons
  • Gurgellösungen und Rachensprays

Bei Halskratzen haben sich die folgenden Heilpflanzentees bewährt:

  • Salbei
  • Thymian
  • Lindenblüten
  • Kamille
  • Eibischwurzel
  • Ingwer
  • Holunderblüten 

Da diese Heilpflanzen nicht für alle Menschen gleichermaßen verträglich sind, sollten Sie die entsprechenden Anwendungshinweise beachten und sich ärztlich oder in Ihrer Apotheke beraten lassen.

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